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Die Gordon Setter Zucht in Oberbayern

 

Setter - Ausbildung

 

 

 

 

 

Bevor Sie mit der Ausbildung beginnen

beherzigen Sie einige Ratschläge

 

 

jaeger

Ein Gordon-Setter ist grundsätzlich ein Jagdhund, und sollte seinen Anlagen gemäß jagdlich geführt werden. Unsere 2 Zuchtvereine haben es leider versäumt,  die Anzahl der Welpen, dem Bedarf an jagdlich geführten Gordon-Settern, anzupassen. So werden etwa 80 % bis 90 %  der Setter als Familienhunde gehalten, und die Gefahr ist groß, dass sie als Modehunde eingestuft werden. Viele Besitzer sind mit ihrem Jagdhund überfordert,  da sie ihn nicht artgerecht halten können. Hundesport ist zwar eine Ersatzbeschäftigung, macht aber einen echten Jagdhund mit optimalen Anlagen nicht glücklich.

 

strecke

 

 

Schon gleich nach einem Wurf gehen die Meinungen auseinander, beginnt man sofort, den Welpen auf sein zukünftiges Umfeld behutsam vorzubereiten, oder läßt man den Hund seine Jugend leben, und beginnt seine Prägung und Ausbildung erst mit ca 12 Monaten? Wir haben die Erfahrung gemacht, je früher man den Hund an die Umweltreize heranführt, um so besser. Die Welpen sollten nicht steril und abgeschieden aufwachsen, sondern so wie bei uns, in einer belebten Wohngegend mit Publikums- und Durchgangsverkehr. Nicht das Erbgut allein garantiert ein ausgeglichenes Wesen des Hundes, sondern entscheidend ist die Gewährung artgemäßer Entwicklungsbedingungen, besonders in den ersten Lebenswochen (Prägephase). Denn das in dieser Zeit entstehende Verhalten bleibt für das weitere Leben des Hundes bestimmend.

Entwicklungsabschnitte unserer Hunde

 

Vegetative Phase 1. bis 2. Woche

 

Augen und Ohren geschlossen, kaum Geruchssinn, Reaktion auf Schlüsselreize wie zum Beispiel Zitze / Saugen, der Welpe kriecht nur im Kreise, alles ist auf die Gewichtszunahme abgestimmt, das Geburtsgewicht wird etwa verdreifacht.

Übergangsphase 3. Woche

 

Ab dem 13. Tag etwa öffnen sich die Lidspalten, Sehfähigkeit entwickelt sich um den 18. Tag, ebenso Gehöhr und Nase. Kontaktaufnahme setzt ein mit Geschwistern und der Mutter. Erstes Verlassen des Lagers ab dem 20. Tag etwa.

Prägungsphase 4. bis 7. Woche

 

Sinnesleistungen sind inzwischen voll entwickelt, Fähigkeit der Fortbewegung entwickelt sich schnell im Spiel. Milchzähne wachsen schnell, soziale Verhaltensweisen sind erkennbar. Die Neugier und der Lerntrieb sind stark im Vordergrund, alles wird probiert und bekaut. Futter der Züchter wird probiert, Achtung!!!! die Futterwahl wird vorgeprägt, deshalb an Naß und Trockenfutter gewöhnen. Erziehungsmaßnahmen beginnen. Als Züchter beginnt man in den ersten 4 Wochen schon mit Autofahren, Haus-Garten und Geländeerkundung, Arbeit an der Übungsangel, viel Spielen, Gehorsam, Leinengewöhnung, Kommen auf Ruf und Pfiff, Ablegen (Platz)

Sozialisierungsphase 8. bis 12. Woche

 

Von der Erziehung und vom Spiel mit den Eltern und Geschwistern beginnt nun die soziale Partnerschaft zwischen Hund und Mensch, der Hund baut eine Beziehung zu seinem Halter auf, der ihn in dieser Zeit vom Züchter übernommen hat. Jetzt werden unwiderruflich fast alle!!!!! Eigenschaften des Hundes für immer geprägt. Jetzt muß der Hund alle Umweltreize, die in seinem späteren Leben vorkommen, kennen lernen.

Rangordnungsphase 13. bis 16. Woche

Rudelordnungsphase 5. bis 6. Monat

Pubertätsphase

 

Wer seinen Welpen mit ca. 8 Wochen vom Züchter übernimmt, sollte schon vorher abgeklärt haben, wo die nächsten Prägungsspieltage abgehalten werden, in denen grobe Alters- und Rasseunterschiede vermieden werden. Wer nicht in der Nähe von einem Stützpunkt von P&S oder vom Gordon-Setter-Club wohnt, sollte bei der zuständigen Kreisjägerschaft nachfragen. Im Notfall reicht auch die Welpenspielgruppe auf dem nächsten Hundeplatz. Wer seinen Hund jagdlich führen kann, sollte schon jetzt mit Beuteattrappen, Reizangel, Futterschleppen, Wasser und Schussgewöhnung behutsam und spielerisch beginnen, je eher, um so besser.

Das A und O ist aber der Gehorsam, wobei man die speziellen Anlagen eines Gordon-Setters berücksichtigen muß. Es werden auch für Nichtjäger Hundeführerlehrgänge durch die Landesjagdverbände, Kreisjägerschaften angeboten. Die wichtigsten Kommandos sind Sitz, Down (Platz) und Komm. Das Down sollte mit Triller, das Komm mit Doppelpfiff trainiert werden. Spätestens wenn ich den Hund aus dem Sitz und Platz abpfeife, gibt es Probleme auf einem Schäferhundeplatz, also privat auf einer Wiese üben. Das Platz/Down sollte in einer Entfernung von mindestens 100 Metern noch  sicher ausgeführt werden. Dies erfordert frühzeitiges, konsequentes und regelmäßiges Arbeiten mit dem Hund. Lassen Sie den Hund Sitz machen, entfernen sich, und trillern ihn ins Down. Die Entfernung langsam steigern und ihn mit Doppelpfiff zum "Vorsitzen" kommen lassen. Der Erfolg erspart dem Setter bei Spaziergängen in der freien Landschaft später die Leine !!!! Bei Gefahr ins Down trillern, ihn dann mit der Leine abholen, oder per Doppelpfiff kommen lassen, klappt dies, kann dieser Gehorsam seine "Lebensversicherung" sein.

Bei Susi und Dusty haben wir es versäumt, und es bei der Unterordnung vom Hundeplatz belassen. Beim Girlie haben wir frühzeitig und konsequent den Gehorsam durchgezogen, heute können wir sie überall ohne Leine laufen lassen.

ausbildung

 

Literatur gibt es viel, man sollte immer bedenken, man hat keinen Schutzhund, sondern einen Jagdhund. Auch wenn man seinen Hund nicht jagdlich führt. sollte die Literatur auf einen Jagdhund zugeschnitten sein. Zum Beispiel "Vom Welpen zum Jagdhelfer" (Parey-Verlag) Verlorensuche, Leckerchenfährte und Apport sind Übungen, die abgewandelt auch für Nichtjäger mit ihren Familienhunden als Beschäftigung und "Ersatzjagdarbeit" im Gelände gut geeignet sind.

Natürlich sollte man die Literatur lesen, bevor der Welpe ins Haus kommt.......!!

 

Ihr VDH-Züchter wird Ihnen sicher voller Stolz seine Dokumente über Seminare, Fort- und Weiterbildungen zeigen, zu deren Teilname er verpflichtet ist.